Dienstag, 15. Februar 2011

Detail - Kokain










Wissenschaftlicher Name (Latein):
Erythroxylon coca

Wissenschaftlicher Name (Chemie):
Kokainhydrochlorid

Heimat:
Peru

Geschichte:
1499 ... nachweislich erste schriftliche Dokumentation über die Wirkung von Coca
1750 ... kamen die ersten Cocasträucher aus Südamerika nach Europa
1860 ... Isolierung des Wirkstoffes
1884 ... erster Einsatz als Anästhetikum bei Operationen in Wien
1898 ... Konstitutionsaufklärung
1902 ... Synthetisierung von Cocain durch Willstätter

Struktur und Wirkung des Cocains gaben den Anstoß zur Entwicklung der Anästhetika (Endung ...cain, z.B. Lidocain, Procain).

Wegen seiner Nachteile (leichte Zersetzlichkeit beim Sterilisieren und suchterzeugende Wirkung) wird es heute fast nur noch als Lokalanästhetikum in der Augenheilkunde angewandt.

In den USA stellen Cocain-Hydrochlorid und Crack die am häufigsten konsumierte illegale Droge dar.


Wirkung:
Cocain verursacht durch Einnahme für kurze Zeit Hyperstimulierung des sympathischen Nervensystems, die durch Euphorie, Machtgefühl und besondere Lebhaftigkeit gekennzeichnet ist. Es blockiert vorübergehend und reversibel (nicht für immer) die Weiterleitung von Nervenimpulsen, indem es die Permeabilität der Nervenmembran für Natrium-Ionen herabsetzt. Hierdurch ist die Erregbarkeit der Nervenfaser vermindert, so dass eine Verhinderung des Schmerzgefühls ohne Ausschaltung des Bewusstseins möglich ist.

Nebenwirkungen:
Häufiger Gebrauch führt zu psychischer Abhängigkeit, eine physische Gewöhnung tritt jedoch nicht ein, so dass es beim Absetzen der Droge nicht zu körperlichen Entzugserscheinungen kommt. Allerdings kann die psychische Abhängigkeit so stark werden, dass es aufgrund von hohen Einnahmedosen zu Vergiftungen und sogar zum Tod durch Herz- oder Atmungslähmung kommt.

Bei Aufnahme über Nasenschleimhaut (schniefen): Perforation der Nasenscheidewand, sehr schädlich für die Schleimhäute

Bei Aufnahme über Spritze: Zerstörung der Haut, Vergiftungserscheinungen

Einige Dealer neigen dazu, Kokain mit Heroin zu strecken, um eine körperliche Abhängigkeit zu erzeugen!

Gefährlich ist auch das Runterkommen wenn die Wirkung nachläßt. Man sackt plötzlich in ein tiefes Loch und fühlt sich total beschissen und ausgeschlaucht.

Besonders problematisch ist die Einnahme oder Inhalation von Crack, die schon nach seltenem Gebrauch zur Sucht führen kann.